Ratgeber KI im Studium 10. Oktober 2026 · 12 Min. Lesezeit

KI-Erklärung in der Abschlussarbeit – Muster, Regeln der Hochschulen 2026

Immer mehr Hochschulen verlangen in der Eigenständigkeitserklärung Angaben zur KI-Nutzung. Hier finden Sie reale Beispiele deutscher Hochschulen, drei Musterformulierungen, ein Hilfsmittelverzeichnis zum Anpassen und die Folgen einer unvollständigen Angabe.

Die Eigenständigkeitserklärung mit KI-Angaben gehört inzwischen an vielen Hochschulen zur Abgabe der Bachelor- oder Masterarbeit: Sie versichern nicht mehr nur, dass Sie die Arbeit selbstständig verfasst haben, sondern auch, ob und wofür Sie generative KI wie ChatGPT, Claude oder DeepL genutzt haben. Das ist kein Schuldeingeständnis. Für die meisten Prüfungsämter ist die KI-Erklärung eine Formalie, die transparente Nutzung von unzulässiger Täuschung abgrenzt. Schwierig wird es, weil jede Hochschule – oft sogar jede Fakultät – eigene Vorlagen verwendet und eine unvollständige Angabe als Täuschungsversuch gewertet werden kann. Im Folgenden zeigen wir, wie deutsche Hochschulen die KI-Kennzeichnung tatsächlich regeln, geben Ihnen drei Musterformulierungen und eine Vorlage für das Hilfsmittelverzeichnis und erklären, wann Sie KI angeben müssen und wann in der Regel nicht.

Der rechtliche Rahmen – wer die Regeln festlegt

Eine bundesweit einheitliche KI-Erklärung gibt es nicht. Prüfungsrecht ist Sache der Länder und vor allem der einzelnen Hochschulen: Was in Ihrer Abschlussarbeit erlaubt ist und wie Sie es kennzeichnen, steht in der Prüfungsordnung Ihres Studiengangs, in Beschlüssen des Prüfungsausschusses oder in den Vorgaben Ihrer Betreuerin oder Ihres Betreuers. Die klassische Eigenständigkeitserklärung – „selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt“ – ist dabei der Anker: KI-Werkzeuge gelten als Hilfsmittel, und Hilfsmittel müssen angegeben werden.

Für die Wissenschaft insgesamt hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bereits 2023 eine Linie vorgegeben. In ihrer Stellungnahme zu generativen Modellen für die Text- und Bilderstellung hält sie fest, dass Forschende offenlegen sollen, ob und welche generativen Modelle sie zu welchem Zweck und in welchem Umfang eingesetzt haben, und dass als Autorinnen und Autoren nur verantwortlich handelnde natürliche Personen auftreten können. Die Stellungnahme richtet sich an Forschende und Antragstellende, nicht an Studierende – viele Hochschulen orientieren sich bei ihren Regeln für Abschlussarbeiten aber an genau diesen Grundsätzen.

Wichtig: Dass es keine einheitliche Vorlage gibt, heißt nicht, dass Sie nichts angeben müssen. Laden Sie vor der Abgabe die aktuelle Erklärung von der Seite Ihres Prüfungsamts oder Ihrer Fakultät herunter. Nur diese Fassung ist verbindlich – Musterformulierungen aus dem Internet, auch die aus diesem Artikel, ersetzen sie nicht.

Wie Hochschulen die KI-Kennzeichnung regeln – fünf reale Beispiele

Die folgenden Beispiele stammen aus öffentlich zugänglichen Vorlagen deutscher Hochschulen. Sie gelten jeweils nur für die genannte Fakultät oder den genannten Studiengang und können sich ändern – sie zeigen aber gut, welche Modelle es gibt.

Hochschule / EinheitModell der KI-Erklärung
Hochschule München, Fakultät 11Zwei Varianten: Standarderklärung und eigene Erklärung „im Falle der Nutzung von KI-Werkzeugen“ samt Dokumentation im Anhang
Universität Stuttgart, Technische BiologieErweiterte Eigenständigkeitserklärung plus Abschnitt „Aufzählung der KI-basierten Hilfsmittel“ (Beschluss des Prüfungsausschusses vom 25.02.2025)
Universität Heidelberg, Historisches SeminarBesonderer Anhang mit Arbeitsschritten, eingegebenen Fragen samt generierten Antworten und betroffenen Kapiteln
Universität Münster, Institut für SoziologieVorrang der Vorgaben der prüfenden Person; sonst Rubrik „Übersicht verwendeter Hilfsmittel“ mit Produktname, Zugriffsquelle und Nutzungsumfang
Alice Salomon Hochschule BerlinAnkreuzfeld Ja/Nein und Auswahl der Einsatzbereiche (Recherche, Analyse, Paraphrase, Übersetzung, Korrektur, Lektorat)

Hochschule München: Was nicht gekennzeichnet werden muss

Die Vorlage der Fakultät 11 der Hochschule München ist besonders aufschlussreich, weil sie eine Grenze zieht. Ausgenommen von der Kenntlichmachung sind dort „orthografische, grammatikalische Korrekturen, Übersetzungen sowie nicht-sinnverändernde Verbesserungen von Formulierungen“. Gleichzeitig erklären Sie, dass Ihr „eigenständiger kognitiver und kreativer Einfluss“ überwiegt und dass Sie die Inhalte Ihrer Arbeit vollständig verstanden haben und selbstständig vertreten können. Für die Dokumentation verlangt die Vorlage beispielhafte relevante Prompts, Name und Version des Werkzeugs, den Anbieter und das Datum der Generierung.

Universität Stuttgart: abschnittsgenaue Aufzählung

In der Vorlage der Technischen Biologie führen Sie KI-gestützte Schreib-, Auswertungs- und Präsentationswerkzeuge mit Produktnamen, Bezugsquelle und genutztem Funktionsumfang auf – und zwar abschnittsgenau, etwa „Kapitel 1, Abschnitte 1.2 und 1.3“. Außerdem versichern Sie, beim Einsatz der Werkzeuge „durchgehend eigenständig und […] steuernd gearbeitet“ zu haben.

Universität Heidelberg und Universität Münster: Täuschung klar benannt

Die Erklärung des Historischen Seminars Heidelberg verlangt die vollständigste Dokumentation: Arbeitsschritte, eingegebene Fragen inklusive der generierten Antworten und die betroffenen Kapitel. Die nicht dokumentierte Nutzung KI-basierter Hilfsmittel wird ausdrücklich als Täuschungsversuch gewertet. In der Erklärung des Instituts für Soziologie in Münster heißt es, Plagiate und „nicht vollständig dokumentierter KI-Einsatz“ seien eine Täuschung, die nach der Prüfungsordnung sanktioniert wird – bei schweren Täuschungen bis zur Exmatrikulation.

Alice Salomon Hochschule Berlin: Ankreuzen statt Freitext

Die Vorlage der ASH Berlin arbeitet mit Ankreuzfeldern: Ja oder Nein, und falls ja, die genutzten Bereiche von KI-Recherche bis KI-Lektorat. Bemerkenswert: Hier zählen auch KI-Korrektur und KI-Übersetzung zu den anzugebenden Nutzungen – anders als in München.

Was alle Modelle gemeinsam haben

Unabhängig von der Form fragen Hochschulen fast immer nach denselben drei Punkten: ob Sie KI genutzt haben, wofür (Gliederung, Formulierung, Übersetzung, Auswertung) und eine Bestätigung, dass Sie die Ergebnisse geprüft haben und die Verantwortung für den Inhalt tragen. Wer das verstanden hat, kann jede Vorlage korrekt ausfüllen. Die Beispiele zeigen aber auch: Ob etwa eine KI-Übersetzung angegeben werden muss, ist nicht überall gleich geregelt. Maßgeblich ist immer die Vorlage Ihrer eigenen Hochschule.

Wann Sie KI angeben müssen – und wann in der Regel nicht

Die häufigste Frage lautet: „Muss ich angeben, dass ich ChatGPT für die Formulierung genutzt habe?“ Die Antwort hängt von der Schwelle ab, die Ihre Hochschule setzt. Es gibt aber eine vernünftige Faustregel.

Diese Nutzung sollten Sie angeben

  • Die KI hat Textpassagen erzeugt, die – auch überarbeitet – in Ihrer Arbeit stehen.
  • Die KI hat eine Gliederung, ein Exposé oder einen Forschungsplan entworfen.
  • Sie haben fremdsprachige Quellen mit KI übersetzt und in die Arbeit übernommen.
  • Die KI hat Quellenmaterial zusammengefasst oder paraphrasiert.
  • Die KI hat bei der Datenauswertung geholfen, etwa mit Code für statistische Berechnungen.
  • Die KI hat Transkripte oder andere Daten vorbereitet.

Diese Nutzung ist oft ausgenommen

  • Rechtschreib- und Grammatikprüfung, zum Beispiel die eingebaute Prüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms.
  • Suchmaschine oder Wörterbuch, um einen Begriff zu verstehen.
  • Kleine sprachliche Glättungen einzelner Sätze, die den Sinn nicht verändern – sofern Ihre Vorlage das ausdrücklich ausnimmt, wie etwa an der Hochschule München.

Tipp: Im Zweifel angeben. Zu viel Transparenz schadet nicht, eine verschwiegene relevante KI-Nutzung dagegen kann als Täuschungsversuch gewertet werden. Wenn ein Werkzeug tatsächlich zum Text beigetragen hat, ist die Offenlegung immer die sicherere Wahl.

Wie ein sauberer Arbeitsablauf mit KI aussieht – von der Themenfindung bis zur Schlussredaktion –, beschreiben wir im Beitrag über Prompts für die Bachelorarbeit.

Musterformulierungen für die KI-Erklärung – drei Varianten

Die folgenden Formulierungen sind Beispiele. Wenn Ihr Prüfungsamt eine eigene Vorlage hat, verwenden Sie diese. Die Muster helfen, wenn Sie die KI-Nutzung „in eigenen Worten“ beschreiben sollen oder wenn Sie eine freiwillige Ergänzung beifügen möchten. Die Erklärung ersetzt nicht die Formulierung aus der Prüfungsordnung Ihrer Hochschule, sondern ergänzt sie.

Variante 1 – keine nennenswerte KI-Nutzung

Ich versichere, dass ich bei der Anfertigung der vorliegenden Arbeit mit dem Titel „[Titel der Arbeit]“ keine generativen KI-Werkzeuge verwendet habe, die über eine gewöhnliche Rechtschreib- und Grammatikprüfung hinausgehen. Inhalt, Analyse und Schlussfolgerungen sind das Ergebnis meiner eigenständigen Arbeit.

[Ort, Datum] – [Name, Matrikelnummer, Unterschrift]

Variante 2 – KI als unterstützendes Hilfsmittel

Ich versichere, dass ich bei der Anfertigung der vorliegenden Arbeit mit dem Titel „[Titel der Arbeit]“ generative KI-Werkzeuge ausschließlich für folgende Zwecke genutzt habe: sprachliche und stilistische Überarbeitung eigener Textteile, Strukturierung der Gliederung sowie erste Zusammenfassungen von Quellen, die ich anschließend im Original gelesen habe. Die verwendeten Werkzeuge sind im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt. Alle KI-generierten Inhalte habe ich kritisch geprüft. Inhalt, Interpretation und Schlussfolgerungen sind das Ergebnis meiner eigenständigen Arbeit, und ich übernehme die volle Verantwortung für den Text.

[Ort, Datum] – [Name, Matrikelnummer, Unterschrift]

Variante 3 – ausführliche Offenlegung

Ich versichere, dass ich bei der Anfertigung der vorliegenden Arbeit mit dem Titel „[Titel der Arbeit]“ folgende generative KI-Werkzeuge verwendet habe: [Name und Version, Anbieter, z. B. ChatGPT / Claude / DeepL / Smart-Edu]. Der Einsatz umfasste: (1) einen ersten Entwurf der Gliederung, (2) die Zusammenfassung und Paraphrase folgender Quellen: [Angaben], (3) die sprachliche Überarbeitung der Kapitel [Nummern], (4) [weitere Nutzung]. Jede von einem KI-Werkzeug genannte Quelle habe ich im Original überprüft; ich habe keine erfundenen oder ungeprüften Literaturangaben übernommen. Analyse, Bewertung und Schlussfolgerungen sind mein eigenständiger Beitrag. Ich habe die Inhalte meiner Arbeit vollständig verstanden und kann sie selbstständig vertreten. Die Dokumentation der Nutzung befindet sich im Anhang [Nummer].

[Ort, Datum] – [Name, Matrikelnummer, Unterschrift]

Das Hilfsmittelverzeichnis – Vorlage zum Anpassen

Viele Vorlagen verlangen neben der Erklärung eine Übersicht im Anhang oder vor dem Literaturverzeichnis. Eine Tabelle nach dem Vorbild der Münchner und Heidelberger Vorlagen hat sich bewährt:

KI-Hilfsmittel (Name, Version, Anbieter)EinsatzformBetroffene Teile der ArbeitBemerkungen
ChatGPT ([Version]), OpenAIIdeenentwicklung, erster GliederungsentwurfGliederung, Kapitel 2Gliederung anschließend mit der Betreuung abgestimmt und überarbeitet
DeepL, DeepL SEÜbersetzung englischsprachiger ZitateKapitel 3.1, 3.2Übersetzungen mit dem Original abgeglichen
Claude ([Version]), AnthropicSprachliche Überarbeitung eigener AbsätzeEinleitung, FazitKeine inhaltlichen Ergänzungen übernommen
[Werkzeug]Unterstützung bei AuswertungscodeKapitel 4.3Ergebnisse selbst interpretiert

Für die konkrete Beschreibung helfen präzise Formulierungen:

Was die KI gemacht hatSo formulieren Sie es
Hilfe beim Aufbau„Erstellung eines ersten Gliederungsentwurfs, anschließend eigenständig überarbeitet“
Sprachliche Überarbeitung„sprachliche und stilistische Überarbeitung von mir verfasster Textpassagen“
Arbeit mit Quellen„Zusammenfassung von Quellen, die ich anschließend im Original gelesen und geprüft habe“
Übersetzung„Übersetzung fremdsprachiger Zitate, mit dem Original abgeglichen“
Datenauswertung„Unterstützung beim Erstellen von Auswertungscode; Interpretation der Ergebnisse eigenständig“

Verlangt Ihre Hochschule wie Heidelberg oder München auch Prompts und Antworten, sichern Sie diese von Anfang an – etwa durch einen Export der Chatverläufe. Nachträglich lassen sie sich kaum rekonstruieren.

Der wichtigste Satz in jeder Variante lautet: „Alle von KI-Werkzeugen genannten Quellen habe ich im Original überprüft.“ Erfundene Literaturangaben sind das größte Risiko generativer KI im wissenschaftlichen Schreiben. Wenn Sie von Anfang an mit überprüfbaren wissenschaftlichen Quellen arbeiten möchten, erstellt der Bachelorarbeit-Generator von Smart-Edu in 30 bis 90 Minuten einen strukturierten Entwurf mit Literaturverzeichnis, dessen Einsatz Sie in der KI-Erklärung offen und konkret beschreiben können. Das Werkzeug ist als transparent angegebene Unterstützung gedacht, nicht als Weg an der Erklärung vorbei.

Folgen einer falschen oder unvollständigen Erklärung

Die Eigenständigkeitserklärung ist eine förmliche Versicherung gegenüber der Hochschule. Wer relevante KI-Nutzung verschweigt – etwa ganze Kapitel, die ein Sprachmodell geschrieben hat –, riskiert ein Verfahren wegen Täuschung. Die Prüfungsordnungen formulieren das meist so wie in der Heidelberger Erklärung zitiert: Versucht die zu prüfende Person, das Ergebnis durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, wird die Prüfungsleistung mit „nicht ausreichend“ (5,0) bewertet. Je nach Hochschule und Schwere kommen weitere Folgen in Betracht:

  • Bewertung der Arbeit mit „nicht ausreichend“ (5,0),
  • bei schwerwiegenden Täuschungen weitere Maßnahmen bis zur Exmatrikulation, wie sie etwa die Münsteraner Erklärung ausdrücklich nennt,
  • ein Verfahren vor dem Prüfungsausschuss, in dem Sie angehört werden.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Situationen. Erlaubte und offengelegte KI-Nutzung – Gliederung, sprachliche Überarbeitung, Zusammenfassung geprüfter Quellen – ist an vielen Hochschulen zulässig und bleibt folgenlos. Nicht offengelegte Nutzung oder die Übernahme generierter Inhalte als eigene, besonders mit erfundenen Quellen, ist ein reales Risiko. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Sie KI genutzt haben, sondern ob Sie gegenüber der Hochschule ehrlich waren. Falls Ihnen KI-Nutzung zu Unrecht vorgeworfen wird, finden Sie Hinweise im Beitrag Fälschlich KI-Nutzung vorgeworfen – was tun?.

Ausblick: der AI Act und die Kennzeichnung von KI-Inhalten

Die EU-Verordnung über künstliche Intelligenz (AI Act) wird schrittweise anwendbar. Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 – etwa die maschinenlesbare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte – gelten seit dem 2. August 2026. Sie richten sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, nicht an Studierende; die KI-Erklärung in Ihrer Abschlussarbeit regelt weiterhin die Prüfungsordnung Ihrer Hochschule. Den vollständigen Text finden Sie bei EUR-Lex.

Für Studierende zeichnet sich dennoch ein klarer Trend ab: Angaben zur KI-Nutzung werden zum Normalfall, nicht zur Ausnahme. Wer sich früh angewöhnt, genau festzuhalten, was ein Werkzeug getan hat, wird von späteren Formalitäten nicht überrascht. Das ist auch ein Argument dafür, KI von Anfang an so einzusetzen, dass Sie es ehrlich beschreiben können. Wo die Grenzen dieser Werkzeuge liegen, erläutern wir im Beitrag KI für wissenschaftliches Schreiben – was sie kann und was nicht.

Häufige Fragen zur KI-Erklärung

Muss ich KI angeben, wenn meine Hochschule keine eigene KI-Erklärung hat?

Eine gesonderte KI-Erklärung müssen Sie dann nicht beifügen. Die klassische Eigenständigkeitserklärung gilt aber weiterhin: Sie versichern, keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt zu haben – und KI-Werkzeuge sind Hilfsmittel. Fragen Sie im Zweifel Ihre Betreuerin, Ihren Betreuer oder das Prüfungsamt und nennen Sie genutzte Werkzeuge im Hilfsmittelverzeichnis.

Muss ich ChatGPT angeben, wenn ich es nur für die Formulierung genutzt habe?

Das hängt von Ihrer Vorlage ab. Manche Hochschulen nehmen nicht sinnverändernde sprachliche Verbesserungen ausdrücklich aus, andere führen auch KI-Korrektur und KI-Lektorat als anzugebende Nutzung auf. Hat das Werkzeug ganze Absätze geschrieben oder Ihre Argumentation verändert, sollten Sie es in jedem Fall angeben.

Fragt die Prüferin oder der Prüfer im Kolloquium nach meiner KI-Nutzung?

Das kommt vor. Die beste Strategie ist Konsistenz: Was Sie in der Erklärung angeben, sollte zu dem passen, was Sie mündlich sagen. Bereiten Sie ein, zwei Sätze vor, mit denen Sie Ihre KI-Nutzung beschreiben, und bleiben Sie dabei.

Darf ich KI überhaupt nutzen, wenn die Prüfungsordnung nichts dazu sagt?

Einige Hochschulen lassen die Entscheidung bei der prüfenden Person, wie das Beispiel aus Münster zeigt. Klären Sie deshalb vor Beginn der Arbeit mit Ihrer Betreuung, ob und in welchem Umfang KI zugelassen ist, und lassen Sie sich das am besten schriftlich bestätigen.

Wirkt sich die KI-Erklärung auf die Note aus?

Die Erklärung selbst senkt die Note nicht – bewertet werden die Qualität der Arbeit und Ihr eigenständiger Beitrag. Probleme entstehen erst, wenn die Angabe falsch oder unvollständig ist oder wenn eine nicht zugelassene KI-Nutzung ans Licht kommt.

Fazit

Die Eigenständigkeitserklärung mit KI-Angaben ist an vielen deutschen Hochschulen inzwischen Standard, und ihre Bedeutung wird weiter wachsen. Der Weg ist einfach: Klären Sie die Vorgaben Ihrer Fakultät, verwenden Sie die offizielle Vorlage, dokumentieren Sie die KI-Nutzung konkret im Hilfsmittelverzeichnis und prüfen Sie jede Quelle im Original. Offengelegte Unterstützung durch ein Werkzeug ist in den meisten Fällen zulässig; das Verschweigen relevanter Nutzung ist ein Risiko, das sich nicht lohnt. So ausgefüllt, ist die KI-Erklärung in fünf Minuten erledigt, und Sie können sich auf das Kolloquium konzentrieren.

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